Antonio M. Rivera
 
Evi Jimenez
 
 
 






Die irre Flucht des Kuba-Stars
Im zweiten Versuch ist Weltmeister Lara
in Hamburg gelandet


PHOTO-BILDE

Weltmeister 2005, über 200 Amateurkämpfe,
sein Vorbild ist Oscar De La Hoya: Erislandy Lara,
der in Guantanamo/Kuba geboren wurde,
will seine Profi-Karriere jetzt von Hamburg aus starten




Von Thomas Dierenga
Bilde
Deutschland
Infosearch:
Fidel Nuñez
Analista
Jefe de Buró
Latinoamérica
Dept. de Investigaciones
La Nueva Cuba
Junio 15, 2008






Er ist angekommen: Entflohen aus der „Hölle“, jetzt im „Paradies“. Erislandy Lara (25), Box-Weltmeister im Weltergewicht, hat alles aufgegeben für seinen Traum. „In einem Jahr möchte ich Profi-Champion sein“, sagt der Kubaner, der jetzt beim Arena-Stall in Hamburg landete.

Dafür musste er seine Heimat auf abenteuerliche Weise verlassen: Die irre Flucht des Kuba-Stars!

Im Sommer 2007 hatten sich Lara und Kumpel Rigondeaux bei den Panamerikanischen Spielen von Kubas Box-Staffel in Brasilien abgesetzt, waren untergetaucht.

„Wir wollten weg, weil Zusagen vom Staat, wie Wohnung und Auto als WM-Prämien, nicht eingehalten wurden.“ Doch die Box-Flüchtlinge wurden verhaftet, kehrten auf die Insel von Fidel Castro zurück. Lara: „Die Hölle für mich! Ich flog aus der Nationalmannschaft, durfte nicht mehr boxen. Keine Arbeit, kein Geld. Meine Zukunft war dahin.“

Lara holte sich seinen WM-Titel 2005 in China, war in der ganzen Welt unterwegs: Russland, Türkei, USA und auch beim Chemie-Pokal in Halle/Saale. Lara: „Überall war es besser, bei uns geht nicht mal die Aircondition. Ich habe nichts gegen Kuba als Land, aber ich möchte Freiheit und will nicht belogen werden.“

Also erneute Fluchtgedanken. Lara: „Die Fluchthelfer wussten, dass ich weg will. Eines Abends wurde ich spontan angesprochen, es gehe sofort los. Nur mit meinen Sachen am Leib bestieg ich am Strand ein großes Powerboat.“

Frau Merita und die Söhne Erislandy jr. und Roberlandy blieben in Kuba. Papa donnerte mit 40 anderen Flüchtlingen über den Golf von Mexiko Richtung Cancun. „Zwölf Stunden lärmten die drei 250-PS-Motoren. Wir mussten einem Orkan-Tief ausweichen, dann mitten auf See nachtanken. Mir ein Rätsel, wie sie das schwimmende Tanklager auf dem Meer fanden. Weil ich der stärkste Mann an Bord war, musste ich die Fässer an Bord hieven.“

Drei Monate blieb Lara in Mexiko auf Tauchstation. Dann waren alle Papiere klar für die letzte Etappe, den Flug nach Deutschland. In die Freiheit.

Lara: „Um glücklich zu sein, brauche ich meine Familie, Boxhandschuhe und Kämpfe.Arena hat mir aus der Hölle geholfen. Gracias!“





 

 

 

 

 











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